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Geschichte

dns-World auf den Spuren der Geschichte von Brandenburg an der Havel
Vielseitig ist die Landschaft der Mark Brandenburg und wechselvoll ist ihre Geschichte. Urstromtäler, eiszeitliche Endmoränenlandschaften, Heiden und Moore, sanfte Hügelländer, Wälder und Seen sind ihre natürlichen Schätze. Eine Vielzahl von Schlössern und Klöster mit ihren prachtvollen Parkanlagen, erzählen von der reichen Geschichte der Mark Brandenburg. Leider beginnt die schriftliche Überlieferung für die Stadt Brandenburg erst im 10. Jahrhundert.
-> Das Land Brandenburg kann von sich behaupten, eines der Bundesländer mit der ältesten Herkunft zu sein. Seit etwa 40.000 v. Chr. (vor unserer Zeitrechnung) war dieser Landschaftsraum bereits besiedelt, denn eine Vielzahl von Feuersteinen und Knochen belegen dieses. Es war noch eine Zeit als weite Teile Nord- und Ostdeutschland von Vergletscherungen der letzten Eiszeit bedeckt waren. Die Steinzeit, ein sehr großer aber auch der älteste Abschnitt der Urgeschichte. Sie dauerte in Europa bis etwa 2000 v. Chr. Die Menschen stellten ihre Waffen und Werkzeuge vorwiegend aus Stein her. Dies ist auch einer von mehren Faktoren, dass das genaue Datum der Besiedlung dieser Region nicht genannt werden kann. Danach folgte die Bronzezeit (2.000 bis 750 v. Chr.). Sie ist der jüngere Abschnitt der Urgeschichte und begann in Mesopotamien. Aus Bronze wurde Metall, für die Herstellung von Werkzeug, Waffen und Schmuck.
-> Im 2. Jh. v. Chr. hat sich der germanische Stamm der Semnonen (ein Teilstamm der "Sweben") herausgebildet, welcher vermutlich im 5.Jh.v Chr. aus Nordeuropa zugewandert ist und im Bereich zwischen Elbe und Oder anzutreffen war. Große Teile der germanischen Stämme verließen das Gebiet um Havel und Spree und wanderten im 4. und 5. Jahrhundert in Richtung Schwabenland. Die Besiedlungsdichte nahm daher stark ab, nur einige germanische Restgruppen blieben.
-> Slawenstämme zogen ab den 6. Jahrhundert in der Brandenburger-Region und übernahmen alte germanische Standorte. Sie ließen sich auch in unbesiedelte Landstriche nieder.
-> Als Karl der Große sein Reich vergrößerte, zog er gegen die Slawen im Jahr 789 zwischen Elbe und Saale zu Felde.
-> Der deutsche König Heinrich I. eroberte im Winter 928 den auf der heutigen Dominsel gelegenen Fürstensitz des slawischen Stammes der Heveller. In der Chronik des Widukind von Corvey (sächsischer Mönch um 967 verfasst) heißt es: "Überraschend fiel Heinrich in das Land der Heveller ein, ermüdete sie durch zahlreiche Kämpfe, schlug endlich im härtesten Winter sein Lager auf dem Eise auf und nahm die Burg Brennaburg durch Hunger, Schwert und Kälte."
-> Das Schreiben über die Stiftung des Bistums Brandenburg durch Otto I. aus dem Jahre 948 ist die älteste urkundliche Erwähnung der Stadt und die erste Namensnennung für Brandenburg in der Schreibweise "Brendanburg".
-> 983 beseitigte der große Slawenaufstand die sächsisch-deutsche Herrschaft, zerstörte den Bischofssitz und den dazugehörigen damaligen hölzernen Dom. Brandenburg zurückzuerobern scheiterte mehrmals. Deshalb wurden Rückeroberungen für längere Zeit eingestellt und die Hevellerfürsten ließen sich auf der Burg nieder. Wahrscheinlich wurde zu diesem Zeitpunkt auf den heutigen Marienberg der dreiköpfige Gott "Triglaw" errichtet, welcher als Kultplatz anzusehen war.
-> Die Hauptburg mit einem Außendurchmesser von ca. 120 Metern nahm eine Gesamtfläche von etwa einem Hektar ein. Ausgrabungsfunde belegen, dass bereits für diese Zeit, ein gut entwickeltes Handels- und Handwerksleben mit hoher Kultur bestand und die Heveller eine führende Position zu den umliegenden Orten besaßen. Der Besitz von Brandenburg sicherte auch die Kontrolle der Handelsstrassen von Magdeburg über Brandenburg nach Spandau und weitere Orte in den Osten.
-> Zu erwähnen ist, dass die arabischen Ziffern sich in Deutschland zum Ende des 11. Jahrhunderts durchgesetzt haben. Ob es wegen der vielen Kreuzzüge und der damit verbundenen Berührungen anderer Völker hervorgerufen wurde, ist nicht genau bekannt.
-> Im 12. Jahrhundert bildet sich das Bürgertum mit der Entwicklung des Handwerks und des Handels stark heraus. In Deutschland begannen die Fürsten mit dem Aufbau von Territorialherrschaften und die Kirche griff zur Inquisition.
-> Der Hevellerfürst Pribislaw herrschte in Brandenburg seit 1127 und nahm frühzeitig Kontakt zu seinem deutschen Nachbarn Albrecht auf. Pribislaw wurde 1134 der Pate von Otto, der erste Sohn von Albrecht, und schenkte diesem als Patengeschenk die Landfläche "Zauche".
Als Pribislaw zum Christentum überwechselte holte er Mönche (Prämonstatenser) aus dem Kloster Leitzkau nach Brandenburg und zerstörte auf den Marienberg den dreiköpfigen "Triglaw". Er ließ an dieser Stelle eine Maria geweihte Kirche errichten.
-> 1150 starb Pribislaw und die Nachricht über seinen Tod hielt seine Frau, bis Albrecht kam, 3 Tage zurück, denn er hatte keine Nachkommen. Der Kampf um Brandenburg entflammte erneut.
-> Das Jahr 1157 war für die Havelstadt Brandenburg ein wichtiges Jahr, denn kurz darauf wurde nicht weit entfernt von der Dominsel die heutige Alt- und Neustadt gegründet. Noch heute sind die drei historischen Siedlungskerne deutlich erkennbar.
-> Albrecht der Bär eroberte am 11. Juni 1157 die Brandenburg nach längerer Belagerung und vielen Kämpfen zurück und nannte sich fortan "Markgraf von Brandenburg". Er war damit im Besitz des Havellandes und der Zauche.
-> Eine deutsch-slawische Siedlung entstand mit den Namen Parduin am Westufer der Havel im 12. Jahrhundert. Hier lebten Prämonstratenser und Kaufleute friedlich nebeneinander.
-> Um 1160 wurden den Prämonstratenser Besitzrechte auf der Burginsel zugesagt und unter Bischof Wilmar begann 1165 der Bau des heutigen Doms. Die eine hälfte der Burg gehörte nun dem Bischof, wo er nun seinen Sitz hatte und die andere Hälfte gehörte dem König (vertreten durch den Burggrafen). Albrecht der Bär ging leer aus. Vermutlich war dies auch der Grund, dass sein Sohn Otto eine Stadt am östlichen Havelufer gegründet hat und den Namen der Burg übernahm. Als "Neue Stadt Brandenburg" wurde sie erstmals 1196 urkundlich erwähnt.
Nun gab es mit den Namen Brandenburg: die Brandenburg, Markgrafschaft Brandenburg, die Alte- und die Neue Stadt Brandenburg.
-> Als Albrechecht am 18. November 1170 starb, hatte bereits sein Sohn Otto die Herrschaft übernommen. Die Askanier regierten die Mark Brandenburg bis 1319.
-> Im 13. Jahrhundert entstanden die Franziskaner und Dominikaner Klöster. Die Mongolen schufen das größte Weltreich vom Gelben Meer bis Mitteleuropa und die katholische Kirche verbrannte ihre Feinde und führte Kreuzzüge gegen christliche Völker.
-> Auf den Marienberg begann um 1220 der Bau einer neuen Kirche, der "Marienkirche" mit den Grundrissen eines griechischen Kreuzes, welche nach Fertigstellung eindrucksvoll vom Marienberg aus über der Stadt hinausragte.
-> Als der Bettelmönchsorden entstand, siedelten um 1240 Franziskaner von Ziesar in die Alte Stadt Brandenburg und errichteten ein neues Kloster. 1286 wurde von den Dominikanern das St. Pauli-Kloster errichtet.
-> Im 14. Jahrhundert dehnte der deutsche Kaiser Karl IV. seine Macht auf die Lausitz, Schlesien und natürlich auf die Mark Brandenburg aus. Im Gnadenbrief des Markgrafen Johann II. (1315) für die Neue Stadt Brandenburg stand, dass alle märkischen Städte ihr Rats- und Schöffenrecht (Rechte der Stadtverwaltung und Rechtssprechung) von Brandenburg übernehmen soll. Berlin, Spandau und Frankfurt/Oder wurden zu Tochterstädte von Brandenburg.
-> Als die askanischen Markgrafen 1319 ausstarben entfachte der Streit um die Mark Brandenburg durch die Fürsten. Dennoch blieb die Einheit der Mark Brandenburg, dank des zielstrebigen Auftretens der Alten- und Neuen Stadt Brandenburg erhalten und für beide Städte begann die Blütezeit. Sie hatten vom Markgrafen, welcher ständig Geldnot hatte, Eigentum und Rechte erworben. Durch ihren Landbesitz und der Pachteinnahmen erzielten sie reichliche Gewinne und wurden regelmäßig nach Lübeck zu den Hansetagen eingeladen, denn Sie waren bereits Hansemitglieder. Inzwischen erstreckten sich die Handelsbeziehungen der Brandenburger Kaufleute über ganz Europa. Getreide, Holz, Tuch und Wein aus Brandenburg wurde verkauft und hauptsächlich Eisenprodukte, Gewürze, Salz, Seefisch und Schmuck sowie feinstes Tuch eingekauft.
-> Um das Bürgerecht zu bekommen, welches nur Männern vorbehalten ist, war ein eigenes Haus, die eheliche Geburt, deutsche Nationalität sowie ein christliches Bekenntnis notwendig.
-> 1395 wurde mit dem Bau der St. Katharienen-Kirche in der Neustadt Brandenburg begonnen und später vollendet.
-> Die Alt- und Neustadt Brandenburg waren bis in das 15. Jahrhundert die wichtigsten Orte zwischen Elbe und Oder. Auf fast allen märkischen Städten, so auch auf Berlin, wurde damals das Brandenburger Stadtrecht übertragen. Nicht in Berlin, sondern vielmehr in Brandenburg an der Havel befindet sich deshalb die Gründungsurkunde der deutschen Hauptstadt. Auch umfangreiche Handels- und Münzrechte, der Brandenburger Schöppenstuhl, ein gemeinsames Gericht beider Städte und oberste Gerichtsbarkeit der Mark Brandenburg, zeugen von seiner hervorragenden Stellung.
-> Engelbert Wusterwitz der Stadtschreiber (um 1385 vermutlich in Brandenburg geboren und 1433 gestorben) wurde in der St. Katharinenkirche beerdigt. Er schrieb für die Zeit zwischen 1391 und 1423 eine Chronik der Mark Brandenburg.
-> Im 15. Jahrhundert trieben die Raubritter ihr Unwesen in der Region. Die Wittelsbacher und die Luxemburger als Markgrafen kümmerten sich wenig um die Mark Brandenburg, so entstanden Willkürherrschaften einiger Adelsgeschlechter.
-> Durch die ständigen Übergriffe auf die Städte Brandenburg der Quitzows (Sitz auf der Burg in Plaue) hatten sie viel zu leiden. Auf der Tagesordnung der Quitzows standen das Vieh von den Weiden zu vertreiben, Kaufmannszüge wurden überfallen und ausgeraubt. Die gefangen Kaufleute wurden gegen Lösegeld freigelassen. Dadurch ging, unter der Herrschaft der Hohenzollern, die wirtschaftliche Stellung allmählich zurück und drohte den Handel zum erliegen zu bringen. Die Brüder Johann und Dietrich Quitzow gehörten damals zum mächtigsten märkischen Adelsgeschlecht. Sie weigerten sich den Kurfürsten Friedrich von Hohenzollern anzuerkennen. Um diesem ein Ende zu bringen gelang es Friedrich die Burg zu erstürmen und der Ritter "Busso von Alvensleben" wurde gefasst und 1402 in der Neuen Stadt Brandenburg hingerichtet.
-> Burggraf von Nürnberg Friedrich VI. erhielt die Regierungsgewalt über die Mark Brandenburg und zog am 22. Juni 1412 ein. An der alten Heerstraße ließ Graf von Wartensleben ein Hohenzollernstein errichten. Damit wurde die Gründerzeit der Hohenzollern eingeleitet und wählte bald ihre Residenz in Berlin, wodurch die Städte Brandenburg erheblich an Bedeutung verlor. 1476 hatte der Kurfürst den beiden Städten eine Teilnahme am Bündnis der Hanse verboten, dadurch verlor abermals die Alt- und Neustadt Brandenburg ihre Zentralfunktion als bedeutende Handelsstädte an Berlin und Frankfurt/Oder. Dennoch entstanden im 15. Jahrhundert in beiden Städten Prachtbauten der norddeutschen Backsteingotik z.B. die Rathäuser der Alten- und der Neuen Stadt Brandenburg, die St. Gotthardt und die St. Katharinen Kirche. Es war auch eine Zeit in der der Räuberhauptmann Habakuk Schmauch und seine Bande ihr Unwesen trieb. Die Geschichte ist bis heute vielen bekannt und wer Sie noch nicht kennt, sollte diese
-> hier nachlesen.
-> Das 16. Jahrhundert, die Zeit des deutschen Bauerkrieges, er begann 1522 und dauerte ca. 4 Jahre und im selben Jahrhundert kam die Tabakpflanze (1529) per Schiff aus Amerika nach Spanien. In Deutschland wurde sie erst 1565 als Heilpflanze bekannt. Der Kaffee kam 1538 durch türkische Kaufleute nach Europa und 1548 wurde die Kartoffel aus Südamerika nach Europa importiert. 1582 wurde von Papst Gregor XIII. verfügt, dass das Kalenderjahr wieder an das Sonnenjahr anzugleichen ist. Der Gregorianische Kalender ist bis heute die bekannteste Kalenderform. Er löste den Julianischen Kalender ab. An diesem Tag sprang das Datum vom 04.10.1582 auf den 15.10.1582.
-> Der Kurfürst Joachim I. bestätigte die Bezeichnung für Brandenburg als Chur- und Hauptstadt, dies war aber nur noch ein formeller Akt.
-> Unter Kurfürst Joachim I. übernahm das vereinigte Schöppenkollegium der Alten und Neuen Stadt Brandenburg auch die Funktion eines Obergerichtshofes für die ganze Mark Brandenburg. Jedes größere Urteil z.B. Todesurteil oder Anwendung von Folter mussten hier bestätigt werden. Ab 1530 wurden in einhundert Jahren ca. 700 Hexenprozesse durchgeführt.
-> Durch die seit Mitte des 14. Jahrhunderts eingeschleppte Pest aus Asien in Europa erreichte für die beiden Städte den Höhepunkt des tot bringenden Bakteriums zum Ende des 16. Jahrhunderts. 1589 starben in der Alten Stadt Brandenburg 1178 Menschen und in der Neuen Stadt waren es etwa 2000 Menschen. Fast ein Drittel der Europäischen Bevölkerung fiel der Pest zum Opfer (ca. 25.000.000 Menschen). Da die Pest weder zwischen Arm und Reich unterschied, gab es drastische Änderungen in den sozialen Strukturen Europas. Das war das Ende des Mittelalters.
-> Im 17. Jahrhundert wütete der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) in Europa und warf die Alt- und Neustadt Brandenburg in der Entwicklung weit zurück. 1648 lebten in der Alten Stadt Brandenburg ca. 500 Menschen, vor Kriegsbeginn waren es ca. 3.500 und in der Neuen Stadt Brandenburg ca. 2.000 Menschen, vor Kriegsbeginn waren es ca. 9.000.
-> Brandenburg wurde zur Garnisonsstadt aufgebaut. 1656 wurde das Regiment Graf Waldeck Einquartiert. Es wurde mehrmals umbenannt und unter Friedrich Wilhelm I. hieß es Regiment "König" es wurde dann auch zum Leibregiment ernannt. Die Vorliebe für große Soldaten "Lange Kerls" war nicht zu übersehen. Nur Soldaten über 6 Fuß groß wurden in das Leibregiment aufgenommen. Da es in Brandenburg noch keine Kasernen gab, wurden die Soldaten in Privatquartieren untergebracht. Laut eines Beschlusses aus dem Jahre 1699 hieß es: Die Bürger haben den Soldaten Obdach, Bett, Feuer und Licht zu gewähren. Die verheirateten Soldaten holten ihre Familie nach, Soldatenfrauen nutzten natürlich die Küche und das Waschhaus, weshalb sie auch von den einheimischen Frauen gut gefürchtet wurden.
-> Im 18. Jahrhundert nämlich am 27. Mai 1715 unterzeichnete der Preußische König Friedrich Wilhelm I. die Anordnung zur Vereinigung der Alten- und Neuen Stadt Brandenburg, welches nicht den wünschen der Ratsherren entsprach. Damit begann die Geschichte der Stadt Brandenburg.
-> Im Jahre 1717 wurde in Preußen die allgemeine Schulpflicht erlassen. Unter anderem beherrschte dieses Jahrhundert viele Kriege (z.B. der Siebenjährige Krieg und die Napoleonischen Kriege).
-> 1722 erfolgte auf Veranlassung des Königs der Abriss der Marienkirche, welche nur noch eine Ruine war. Man hoffte im Gewölbe der Ruine einen Schatz zu finden, die Steine wurden trotz Protest des Magistrat für den Bau des Militärwaisenhauses in Potsdam benutzt. Ein Schatz wurde nicht gefunden und die gesamt Kosten für Abriss und Transport nach Potsdam überstiegen enorm den Preis für die Herstellung neuer Steine.
-> 1740 wurde das Regiment "Lange Kerls" aufgelöst und ein neues Regiment nach Brandenburg verlegt.
-> 1773 begann der Bau einer Kaserne in der heutigen Klosterstraße. Für 192 ledige und 48 verheiratet Soldaten wurde hier Platz geboten die anderen Soldaten wurden weiterhin in Privatquartieren laut Beschluss von 1699 untergebracht. Durch die Vergrößerung der Garnison in Brandenburg wurden private Kasernen in der Harlunger Straße, Bauhof- Kur- und Marienstraße gebaut.
-> Heinrich August de la Motte Fouqué (1698-1774 in Den Haag geboren) stammt aus einer hugenottischen Familie und stand im preußischen Militärdienst. Er erhielt den Orden Pour le Mérite und den Schwarzen Adlerorden. Nach seiner österreichischen Gefangenschaft wurde er 1759 zum General ernannt. Sein Enkel Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843) war Patenkind des preußischen Königs Friedrich II. und wurde in Brandenburg geboren. Er diente ebenfalls beim Militär. Berühmt wurde er als Schriftsteller. Sein Werk "Undine" wurde mehrfach als Oper vertont.
-> Das 19. Jahrhundert stand für Erfindungen und der rasant entwickelnde Industrieproduktion.
1849 wurde die erste Zigarette hergestellt. 1863 gründete Ferdinand Lassalle den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, 1867 entwickelte Alfred Nobel das Dynamit, 1876 Otto den Viertaktmotor, 1885 Daimler das erste Motorrad, ein Jahr später wurde von Benz das dreirädrige Automobil gebaut und Otto Lilienthal gelang sein erster Flug 1890 usw.
-> Am 25. Oktober 1806 zogen 25.000 Soldaten von Napoleons Marschall Bernadotte in Brandenburg ein. Davon musste die Stadt für 16.000 Soldaten Quartiere gewähren. 1816 war Brandenburg nicht mehr Kreisfreie Stadt. Sie wurde dem Landkreis Westhavelland eingegliedert und damit den Landrat von Rathenow unterstellt.
Durch die Kriegsjahre verarmte Brandenburg und hatte im Jahr 1821 209.000 Taler Schulden.
-> 1841 wurde ein städtisches Krankenhaus vor allem für die Versorgung der ärmeren Bevölkerung errichtet.
-> Die optische Telegraphenlinie von der Berliner Sternwarte nach Trier verläuft über die Station 5 auf dem Marienberg. Bei guter Sicht wird die Nachricht innerhalb einer Stunde auf einer Länge von 587 Kilometern und 61 Stationen versendet.
-> 1846 wurde die Eisenbahnstrecke Potsdam nach Magdeburg mit einem Bahnhof in Brandenburg eröffnet.
-> Die Stadt Brandenburg entwickelte sich nun rasant im Industriebereich. Viele Brandenburger Unternehmen hatten weltweit einen guten Namen und zählten zu den Marktführern. Das erste Gaswerk in der Schützenstraße wurde im 3.Quartal 1862 fertig gestellt. Am 11. April 1871 wurde das Werk Brennabor von der Korbmacherfamilie Reichstein mit der Produktion von Kinderwagen gegründet. Ab 1883 wurde die Produktion auf Fahrräder erweitert und 1893 war der Beginn der Serienproduktion. 1902 war der Beginn der Serienfertigung von Motorrädern und ab 1906 wurden Autos hergestellt, welche 1908 in Serienfertigung überging. In Europa war das Unternehmen jahrzehntelang die Nr.1 in der Kinderwagen Herstellung. Der legendäre Opel-Blitz wurde damals in Brandenburg gebaut, es war das modernste LKW-Werk Europas. Bis 1932 war der Betrieb im Besitz der Familie Reichstein.
-> 1874 wurde die Elisabethhütte eröffnet und 1879 die Spinnerei Kummerlé.
-> Am 12.August 1879 wurde auf dem Marienberg das Kriegerdenkmal eingeweiht und in den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges wurde das Denkmal zerstört. Erbaut zur Erinnerung und Gedenken an 3.495 Kriegsopfer, zerstört durch den Wahnsinn Krieg.
-> Am 01. April 1881 erhielt die Stadt Brandenburg wieder ihre Kreisfreiheit. Einen Gewissen Anteil hat bestimmt der damalige Oberbürgermeister Franz Ziegler, welcher im Jahr 1828 als junger Justizkommissar an das Königliche Land- und Stadtgericht Brandenburg kam und bei der städtischen Entwicklung Mitte des Jahrhunderts tatkräftig mithalf. Franz Ziegler reformierte in vielen Bereichen z.B. das Armenhaus, Schulwesen und führte die progressive Besteuerung nach dem wirklichen Einkommen der Bürger ein. Brandenburg war in Preußen die erste Stadt mit diesem Besteuerungssystem. Aus 48 vorhandenen Kassen hat Franz Ziegler alles in 3 Kassen umgewandelt. Die Kämmerer Kasse auch für Steuereinnahmen, die Administrationskasse mit staatlichen Zuschüssen und der Instituten- und Gewerbekasse welche die gemeinnützlichen Stiftungen umfasste.
-> 1885 wurde die Erste Deutsche Fein-Jute-Garn-Spinnerei von dem Gründer Arthur Bergmann in der Bauhofstraße eingeweiht. 1948 wurde sie enteignet und ging in den Volkseigentum über (VEB). Kurz vor dem Systemwechsel wurden 1988/89 noch moderne Anlagen installiert. 1994, nach über 100 Jahren des Betriebes wurde er von der Treuhand für 1-DM verscherbelt. Der neue Besitzer hat kurz darauf seinen Erwerb (moderne Anlagen) nach Südamerika verkauft und die Stilllegung des Werkes veranlasst. Ein schlechter Deal, für wem auch immer.
-> In den Jahren 1893 bis 1895 entstand das städtische Wasserwerk mit dem Hochbehälter auf dem Marienberg.
-> Die Einwohnerzahl stieg von 1875 bis 1900 auf 45.471 Einwohner, eine Steigerung von ca. 70% in 25 Jahren.

-> Im 20. Jahrhundert wurde die Entwicklung Brandenburgs durch den ersten und zweiten Weltkrieg wesentlich bestimmt.
-> Die Brennaborwerke entwickelten sich zum größten Kinderwagen- und Fahrradhersteller Deutschlands und kurzzeitig zur größten PKW Produktionsstätte.
-> Die weltberühmten Blechspielzeuge aus dem Betrieb von Ernst Paul Lehmann und Lineolfiguren von Oskar Wiederholz waren aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken und brachten einen Weltweiten Handel mit sich.
-> Im Jahre 1912 wurde das Stahl und Walzwerk aufgebaut, was bis zum Beginn der 1990er Jahre so blieb.
-> 1928 wurden die Gutsbezirke Burg-Brandenburg, Neustadt-Forst, Plauerhof und ein Jahr später der Dombezirk und Neuendorf eingemeindet. Wilhelmsdorf, Plaue, Kirchmöser, Göttin, Mahlenzien, Schmerzke und Klein Kreutz folgten später.
-> In Warnemünde unter dem Namen Flugzeugbau Friedrichshafen begann der Flugzeugbau der später bekannten Arado-Werke. Endes des Ersten Weltkrieges wurde auf Grund der Versailler Verträge die Produktion eingestellt. Die Konstruktionsabteilung wechselte 1935 von Warnemünde nach Brandenburg. Im September 1934 war der Baubeginn des Werksteils Neuendorf, eines Zweitwerkes der nun inzwischen genannten Aradoflugzeugwerk GmbH in Brandenburg und obwohl das Werk noch nicht fertig gestellt wurde, verließ am 11. April 1935 ein Schulflugzeug Ar 66 die Brandenburger Werkshallen. Es wurden später weitere Flugzeugtypen gebaut z.B. Ar 65 und Ar 68, zwei der ersten Jagdflugzeuge für die Luftwaffe bestimmt. Weitere Zweigstellen entstanden in der Zeit von 1936 bis 1943 in Rathenow, Babelsberg, Wittenberg, Anklam, Alt-Lohnnnewitz, Landeshut und Sagan. Mehr als 20 Flugzeugtypen wurden in Brandenburg als Muster oder in Serie gebaut, insgesamt verließen ca. 4.000 Flugzeuge die Brandenburger Werkshallen. 1939 wurden das Weltrekordflugzeug die Ar 79 und der erste Kampfzonentransporter der Welt die Ar 232 fertig gestellt. Übrigens das bekannteste Flugzeug ist die Ar 234, der erste Zweistrahlgetriebene Aufklärer welcher auch als Bomber eingesetzt wurde.
->1936 war Arado der größte Arbeitgeber in Brandenburg und 1944 wurden hier ca. 10.000 Menschen beschäftigt. Auf Grund des Krieges waren hier auch viele ausländische Arbeitskräfte, hauptsächlich aus Holland und Frankreich. Mit der Besetzung durch die Rote Armee im Mai 1945 endete der Flugzeugbau in Brandenburg. Die Maschinen und Geräte wurden als Reparationsgut in die UdSSR gebracht.

-> Auf dem Görden wurde Europas modernstes Zuchthaus errichtet und erhielt im Jahr 1940 eine offizielle Hinrichtungsstätte in der 1.722 Inhaftierte politische Gefangene aus 17 Staaten Europas in den nachfolgenden Jahren hingerichtet wurden. Nach den größeren Luftangriffen und den mehreren Tagen andauernden Straßenkämpfen endete für Brandenburg der 2. Weltkrieg am 1.Mai 1945.
-> Nach 1945, besonders in der DDR-Zeit wurde Brandenburg als bedeutendster Standort für Stahlproduktion bekannt. Ein drittel der Stahlproduktion kam aus dem Stahl- und Walzwerk Brandenburg (SWB). Am 15.02.1950 wird der Grundstein zum SM-Ofen 1 (Simens-Martin-Ofen) und der Grundstein für die ersten Stahlarbeiter-Wohnungen am Mozartplatz gelegt.
-> Am 28.04.1950 wird in der Stadtverordnetenversammlung das neue Stadtwappen beschlossen. Es zeigt Stadtmauer, Tortürme, Schornsteinen dreifarbigem Wellenband.
-> Am 7.Oktober wird das vermutlich erste Volkshaus "Jugendklubhaus Philipp Müller" in Brandenburg eröffnet.
-> Am 12. Juni 1953 waren die ersten Demonstrationen vor der "Taege" Spedition und im Phillip Müller. Am 17.Juni 1953 dringen Demonstranten in das Amtsgericht und weiteren Gebäuden ein. Durch das sowjetische Militär wurden weitere Besetzungen verhindert und Demonstranten zerstreut.
-> Am 15.07.1955 war der Produktionsbeginn des Betonswerkes auf dem ehemaligen Gelände der Opelwerke. Im selben Jahr betrug in Brandenburg die Einwohnerzahl 81.143 davon hatten 185 Familien einen Fernseher.
-> Die Freilichtbühne auf dem Marienberg wurde am 19.Mai 1956 eingeweiht.
-> 1956 erfolgte die Grundsteinlegung für den Stadtteil Nord am 21. Juli in der Brielower Straße. Bis 1973 entstanden dort 5.256 Wohnungen.
-> Am 22. bis 23 Juni 1963 wurden die ersten Havelfestspiele durchgeführt und die erste Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Ivry-sur-Seine wurde feierlich unterzeichnet.
-> Eröffnung der Sommerfilmtage auf der Freilichtbühne Marienberg mit dem DEFA Film "Chingachgook die große Schlange" zu den 4. Havelfestspielen am 22. Juni 1967.
-> Am 21. Juni 1969 wird das Volksbad Marienberg eröffnet.
-> Ende 1972 war der Baubeginn für den Stadtteil Hohenstücken und bis 1985 wurden hier 6.962 Wohnungen errichtet.
-> Die Friedenswarte auf dem Marienberg (ehemalige Bismarckwarte 1908 errichtet und 1958 umbenannt) wurde gesprengt und am 07. Oktober 1974 anlässlich des 25. Geburtstages der DDR die neue Friedenswarte mit einer Gesamthöhe von 32,5 Metern eingeweiht.
-> 95.568 Einwohner lebten 1979 in der Stadt Brandenburg.
-> 1980 erringen in Moskau zu den Olympischen spielen die Ex-Brandenburger Bernd und Jörg Landvoigt, Ilona Richter, Jörg Friedrich und Birgit Fischer (Frauen Kanu; 500 m Kajak-Einer; K1; 1:57,69) Goldmedalien.
-> Am 11.Mai 1988 wird die Vereinbahrung der Städtepartnerschaft Brandenburg-Kaiserslautern von den Oberbürgermeistern Theo Vondono (Kaiserslautern) und Klaus Mühe (Brandenburg) unterzeichnet.
-> 1989/1990 der Mauerfall in Berlin und Wiedervereinigung zwischen Ost und West. 6.055 Einwohner Brandenburgs suchten 1990 ihr Glück in der "Großen Weiten Welt." Doch für die meisten Brandenburger war der Systemwechsel kein Grund zum gehen. Es ist eine Chance für Brandenburg, denn viele Möglichkeiten bieten sich in der vielfältigen naturreichen Landschaft. Neue wirtschaftliche Standorte können hier erschlossen und aufgebaut werden z.B. im Bereich Forschung und Technik. Im Sport und touristischen Bereich wird viel getan. Viele sehenswerte Veranstaltungen werden durchgeführt.
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